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220 Menschen zu viel

Beerdigung mit 250 Trauergästen bringen Krisenstab zum Einsatz

Von NSN / 12.05.2021 / 13:11 Uhr

(Delmenhorst) Auf einem Friedhof in Delmenhorst - immerhin derzeit eine Hochinzidenzkommune, die erst am Dienstag erstmals seit Wochen die für Schulöffnungen maßgebliche Inzidenz von 165 unterschritten hat - bot sich am selben Tag ein Bild, das anmutet, als ob es Corona nicht gäbe.

Dort fanden sich rund 250 Gäste aus ganz Deutschland und teilweise sogar aus dem europäischen Ausland zu einer Beerdigung ein und hielten sich dabei augenscheinlich kaum an die bestehenden Abstandsregeln. Einige der größtenteils kurdischen Teilnehmer sollen zudem Flaggen der verbotenen PKK geschwenkt haben.

Die Polizei sperrte bereits im Vorfeld die Straße für den Autoverkehr, doch zahlreiche Gäste parkten ihre Fahrzeuge etwas weiter weg und liefen zu Fuß zum Friedhof. Mitarbeiter des Ordnungsamtes beobachteten die Beerdigung auf dem Friedhof. Nachdem die Menschenansammlung jedoch schlicht zu groß wurde, ließ der Leiter des Krisenstabs der Stadt die Veranstaltung auflösen.

In Delmenhorst gilt derzeit bei Beerdigungen eine Obergrenze von 30 Teilnehmern. Der Bestatter aus Nordrhein-Westfalen wurde im Vorfeld mit Nachdruck auf die Einhaltung der Regeln hingewiesen, hielt sich aber augenscheinlich nicht daran. Rudolf Mattern, der Leiter des Krisenstabes der Stadt, ist über die Veranstaltung mehr als verärgert und kündigt scharfe Konsequenzen an - sowohl für den Bestatter, aber auch für den Umgang mit Bestattungen aus dem muslimischen Kulturkreis, für die von nun an Eingangskontrollen angedacht sind.

Letzteres bedauert Mattern, da bei der Beerdigung am Morgen keine oder fast keine Gäste aus Delmenhorst vor Ort waren und die muslimischen Gemeinden in der Stadt sich in der Vergangenheit gut an die Coronaregeln gehalten haben. Dennoch müsse zu solchen Maßnahmen gegriffen werden: "So etwas darf hier nicht mehr passieren".