• 23.04.2021
  • 03:19:24
Liveblick startet demnächst
Das FRF-Liveblick-Tagebuch
Wie ein neues Sendeformat entsteht
Träume ohne Schlaf sind meistens romantisch. Man denkt sich etwas aus, schmiedet Pläne und stellt sich bildlich etwas vor. Solche Träume werden oft verworfen, weil sie unrealistisch oder unerreichbar sind. Ich bin Karl-Heinz vom FRF - und ich hatte bereits 2005 eine Ambition, die ich nie verworfen habe. In den vergangenen 16 Jahren wurde immer wieder dieser Traumgedanke hergeholt und wieder einmal verworfen. Es waren unterschiedliche Dinge, die klemmten. Zum einen war es die damalige Technik, dann war es der Personalaufwand, dann wieder die Technik. Ich rede von meinem Projekt Liveblick. Ziel sollte es sein, dass wir auf Panoramakameras an den Küsten zugreifen, die Streams im Studio bündeln und zu einer Sendung formen. Mit dieser Idee gründete ich 2005 den Fernsehsender "Friesischer Rundfunk" und fiel gleich zu Beginn auf die Schnauze. Wie man in unserem Geschichtsbuch nachlesen kann, kam es in Esens am Montag, den 14. Februar 2005 zu einem sehr unfreundlichen Gespräch. Ich habe den Fernsehsender trotzdem gegründet - aber ohne Liveblick.

Im Laufe der Jahre holte ich meine Pläne immer mal wieder aus der Schublade, packte diese aber schnell zurück, weil ich mal wieder auf Granit gebissen hatte. Für mein Projekt brauchte ich die Touristiker, die dieses Projekt unterstützen sollten und natürlich auch eine Zukunft darin sehen sollten. Dass ist mir bis heute nicht gelungen. Ein ziemlich bescheuertes Gefühl, wenn die Urlaubexperten sagen, dass sie keinen Vorteil bei diesem Projekt sehen und man nur noch der einzige Mensch auf dieser Erde ist, der daran fest glaubt. Aber irgendwie kenne ich das Gefühl bereits. Die Gründung vom FRF verlief ähnlich.

Man muss aber auch sagen, dass der FRF damals im Jahr 2005 sein Programm in nur rund 80.000 Haushalte einspeisen konnte. Heute sind es 4,3 Millionen - und das inzwischen querbeet durch Deutschland. Es gibt viele Zuschauer, die das Programm des Friesischen Rundfunks schauen, weil der Sender seit der Gründung extrem viele Heimatbilder sendet. Und da der FRF mitten in einem Urlaubsland residiert, schaut man gerne hin, denn irgendwie war jeder Bundesbürger irgendwann in diesem Landstrich unterwegs und sieht dann bei uns seinen alten oder ständigen Urlaubsort - oder vielleicht auch seinen zukünftigen Urlaubsort. Der FRF-Zuschauer hat also einen täglichen Blickkontakt in dieses Küstenland und womöglich meldet sich das Fernweh.

Nun ist die Zeit gekommen. Ich muss den Fernsehsender auf andere Beine stellen, denn ich sehe für einen Regionalfernsehsender in der bisherigen Sendeform keine Zukunft. Corona wird noch eine ganze Weile bei uns bleiben und somit muss ich auch weiterhin mit erheblichen Verlusten bei den Werbeerlösen rechnen. Über Nacht hatten damals alle Einzelhändler ausgebucht. Ich muss also ein Format entwickeln, dass viel mehr Menschen erreicht und gleichzeitig neue Werbepartner findet. Ich bin fest entschlossen, nun mein Projekt Liveblick zu starten. Meinen genauen Plan findet Ihr hier.
Hier nur die Eckpunkte: Sekundär laufen die Bilder der Panoramakameras und schalten im 60-Sekunden-Takt weiter zur nächsten Kamera. Diese Bilder werden live moderiert und mit Musik unterlegt. Jede Kamerafahrt kann sofort gestoppt werden, wenn sich im Bild etwas ereignet (z.B. Schiff fährt in die Schleuse ein). Im oberen Bild befinden sich zwei Standleisten und eine Laufleiste. So kommen wir nun in den primären Bereich des Formats. Dort werden aktuelle News aus dem FRF-Kernsendeland eingeblendet. Immer wenn Nachrichtenbilder von aktuellen Geschehnissen vorliegen, kommen diese gleich zur Sendung. Außenreporter werden per Skype oder Zoom zugeschaltet und können live über den Sender eine Lagemeldung abgeben. Kurzum: FRF wird zum Regional-Nachrichtensender, der sofort reagiert, wenn etwas passiert.
Entweder ich gehe mit meinem Traum baden oder ich erschaffe etwas, was noch nie im Regional-Fernsehen in Deutschland dagewesen ist. Mit diesem Tagebuch, dass am 01.03.2021 gestartet ist, möchte ich Euch meine Gedanken aufzeigen, meine Fehleinschätzungen offenlegen und mein Stimmungsbild dokumentieren.
Do
22.04.2021
Rückschlag
Zwei Monitore liegen auf der Erde. Der Tisch wurde durch den Aufprall regelrecht von der Bühne gestoßen.
Zwei Monitore liegen auf der Erde. Der Tisch wurde durch den Aufprall regelrecht von der Bühne gestoßen.
Beim Verrücken der Traverse ist ein Element gebrochen und hat mit voller Wucht den Regietisch in der Sendestraße getroffen. Daher konnte die Sendung heute erst eine Stunde später an den Start gehen. Der Schaden ist überschaubar. Jedoch musste ich einige Geräte austauschen, um eine Aufzeichnung der Sendung zu ermöglichen.
Mi
21.04.2021
Ton ist an und plötzlich aus
Seit acht Jahren beim FRF im Einsatz: Mini Converter SDI to Audio
Seit acht Jahren beim FRF im Einsatz: Mini Converter SDI to Audio
Ich voll der Fan von Blackmagic Design. Der FRF hat im Laufe der Zeit viele Mini Converter für unterschiedliche Zwecke angeschafft. Bei einem SDI-Signal läuft Bild und Ton in einer Leitung zusammen. Um den Ton zu kontrollieren, muss man also auch an den Ton herankommen - z.B. um ein Peakmeter anzuschließen. Die Installation ist denkbar einfach. SDI-Signal rein, Klinke rein und Netzteil mit 12V anschließen. Der Converter ist beim FRF schon seit acht Jahren im Einsatz. Heute habe ich den Limiter, den Wächter und ein Peakmeter montiert und die Verbindungen mit XLR-Kabel bestückt. Sofort war beim Peakmeter ein Ausschlag zu sehen. Alles gut. Etwa 10 Minuten später alles aus. Ich habe nach dem Fehler gesucht, wie ein Irrer. Alle Steckverbindungen raus, wieder rein, Limiter raus wieder rein und beim Wächter die gleichen Maßnahmen. Nichts passierte. Die Converter von Blackmagic Design haben den Nachteil, dass sie zwar eine Kontrollleuchte haben, die aber nur mit einer Lupe zu finden ist. Nachdem alle Versuche den Ton wieder rauszukriegen, gescheitert waren, tausche ich das Netzteil. Bum - Ton wieder da. Also ich habe es in meiner Fernsehzeit noch nicht erlebt, dass ein kleines 12V Netzteil schlapp macht. Nun gut, Ton ist jedenfalls jetzt startklar. Ein Converter kostet im Schnitt etwa 200,00 EUR.
Di
20.04.2021
Jetzt fehlt nur noch der Ton
Nun ist das neue Studio kurz vor der Vollendung
Nun ist das neue Studio kurz vor der Vollendung
Alle Videosignale sind nun angeschlossen. Jetzt fehlt noch der Ton. Der Tonmischer bekommt vier Signale. Ein Rechner liefert die Musik, ein weiterer PC kümmert sich um die Jingles. Hinzu kommen zwei Headsets für die Moderation bzw. für einen Studiogast. Die Tonleitung läuft über einen Limiter, einem Wächter und schließlich muss ein Peaker angedockt werden. Der kleine Tisch rechts im Bild ist mein zukünftiger Moderationstisch. Von dort aus moderiere ich in Zukunft die tägliche FRF-Sendung. Kurzum: Tagsüber, wenn Liveblick läuft, hocke ich im hellen Sessel und wenn die eigentliche Sendung aufgezeichnet wird, wechsele ich in den schwarzen Bürostuhl. Besonders zu erwähnen ist, dass ich dann direkt vor mir einen Bildmischer habe. So kann ich selbst eine Bildquelle wählen und zwischen drei Kameras umschalten. Dass der Moderator selbst das Bild mischt, dürfte in Deutschland einmalig sein.
Mo
19.04.2021
Ich habe meinen Server wieder
Andere schenken sich Sekt ein. Ich gönne mir einen Nudelsalat.
Andere schenken sich Sekt ein. Ich gönne mir einen Nudelsalat.
Ich will die Stunden nicht zählen. Ich will auch nicht alles auflisten, was ich unternommen habe. Nach drei Tagen hin und her läuft der Server wieder wie früher. Minutenlang schaue ich auf den Bildschirm und bewundere, was ich dort sehe. Alles so wie früher. Die Kameras lassen sich wieder ansteuern, das FRF-Leben ist gerettet. Kurz vor 21.00 Uhr schließe ich das Funkhaus ab, halte bei NETTO und lege mir Nudelsalat aus dem Spreewald und die guten HOWE-Nürnberger Rostbratwürstchen (die Firma von Uli Hoeneß) in den Einkaufswagen, fahre heim und schmeiß die Pfanne auf den Herd. Ich bin so froh, dass der Server wieder läuft - das glaubt mir kein Mensch.
So
18.04.2021
Sonntag ist beim Fernsehen kein Feiertag.
Die unteren vier Monitore gehören alle zu einem Rechner
Die unteren vier Monitore gehören alle zu einem Rechner
Es lässt mir keine Ruhe. Eigentlich wollte ich den Sonntag anders verbringen, aber ich fahre wieder ins Funkhaus. Den defekten Server im Nacken, wollte ich unbedingt den Master-PC in Gang bringen. Da ständig Fehlermeldungen auftauchten und sich der Treiber der neuen Grafikkarte nicht installieren ließ, entschloss ich mich, den Rechner komplett neu aufzusetzen. Doch auch nach etwa fünf Versuchen, konnte ich Win10 nicht zurücksetzen. Also musste Google her, um eine Lösung zu finden. Die Lösung war dann ziemlich einfach. Hier für Menschen, die auch mal Probleme damit haben. In die Eingabeaufforderung folgende Zeilen eingeben:
cd %windir%system32config
ren system system.001
ren software software.001
Nach dem Reset ließ sich die Treiber-CD problemlos installieren. Der Rest war ein Kinderspiel. Nun leuchten sie vor mir. Alle vier Bildschirme sind einsatzbereit. Welche Funktionen diese Bildschirme haben werde ich später genau erklären.
Sa
17.04.2021
Zum Problem 1 kommt nun das Problem 2
Ich bin inzwischen voll frustriert. Diesen Samstag habe ich eigentlich anders eingeplant - ich hatte noch so viel andere Arbeit zu erledigen. Und so sitze ich wieder vor dem Server, schmeiße bereits installierte aber nicht funktionierende Treiber wieder runter und lade neue Treiber drauf. Ständig Fehlermeldungen. Ich kriege echt die Krise. Schließlich denke ich mir, dass ich auch mal eine andere Arbeit machen muss, als ständig auf den Server zu starren. Also nehme ich mir den Master-PC her, um ihn zu konfigurieren. Master-PC deshalb, weil er in der Sendestraße ein sehr wichtiger Baustein ist. Der Computer soll vier Bildschirme haben, damit ich bei der Moderation der Live-Sendungen sofort alle wichtigen Infos zur Stelle habe. Ich hatte eine Quadro-Grafikkarte gekauft. Ein billiges Teil, aber ich wollte ja keine Games sondern einfach nur vier starre Bildschirme. Und so baute ich die alte Karte aus und die neue Karte ein. Anschlüsse ran, einschalten, Treiber-CD rein, installieren und fertig. Doch was einfach klingt, sollte in einem Desaster enden.
Fr
16.04.2021
Backup setzt das System zurück ins Jahr 2011
Es blieb mir schließlich nur noch übrig, mit einer Backup-Datei zu arbeiten. Also leitete ich mit schlottrigen Knien den Rescue-Vorgang ein. Nach etwa 20 Minuten war wieder der Bildschirm sichtbar. Allerdings sah der so aus, wie bei der damaligen Installation im Jahr 2011. Ein Blick in die Systemdatei bestätigte meinen ersten Eindruck. Ich stand vor einem Server, der wie damals nichts konnte. Nur zum Unterschied zu damals, hatte ich keinen Treiber zur Hand und einen so alten Browser auf dem Server, der von keiner Webseite mehr akzeptiert wurde. Zehn Jahre kein Backup - das sollte sich jetzt rächen. Wer schon einmal versucht hat, einen alten PC zu retten, wird Mitleid mit mir haben. So ein Teil arbeitet im Schneckentempo und du suchst dir die Treiber aus der ganzen Welt zusammen. Ich saß die ganze Zeit nur noch vor dem Server, alle anderen Arbeiten blieben liegen.
Do
15.04.2021
Studioserver fährt nicht mehr hoch
Der Studioserver machte mir große Sorgen und kostete vier Tage Arbeit
Der Studioserver machte mir große Sorgen und kostete vier Tage Arbeit
In Amerika hat sich ein Unternehmen auf Regionalsender spezialisiert. Die Firma hat ein System entwickelt, dass komplett für kleine TV-Stationen zugeschnitten ist. Dazu gehören drei HD-SDI-Studioskameras, die fernbedienbar sind. Dann ein Server, ein Switcher, ein Panel und schließlich ein richtig gutes Software-Programm, das keine Wünsche offen lässt. Mit dieser Einheit kann man fast alle Sendeformen fahren. Dieses System kostet rund 50.000 EUR. Wir arbeiten seit 2011 mit diesem Equipment und habe jede Sendung damit aufgezeichnet. Bedeutet: 10 Jahre lang jeden Tag hochgefahren, Sendung produziert, wieder runtergefahren. Das System mit WindowsXP schnurrte wie ein Kätzchen. Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich ein zweites Rack einsetzen wollte - genau, um diese Einheit dort zu montieren. Und so zog ich den Server vorsichtig aus dem alten Rack, setzte ihn ins neue Rack und drückte nach Montage der Kabelanschlüsse die Start-Taste. Er startete - aber er fuhr nicht mehr hoch. Mir blieb fast das Herz stehen, denn genau dieser Server dürfte mein wichtigstes Gerät beim FRF sein. Eine Neuanschaffung ist gerade jetzt in Coronazeiten mit den dazugehörigen schlechten Werbeeinnahmen nicht zu bewältigen.
Mi
14.04.2021
Stundenlange Updates blockieren die Programmierarbeiten
Der Schein trügt. Noch stehen vielen Arbeiten an.
Der Schein trügt. Noch stehen vielen Arbeiten an.
Heute habe ich die restlichen Rechner angeschlossen. Es sind jetzt genau 13. Einige waren seit Monaten nicht mehr im Betrieb. Ein Programmieren war nicht möglich, weil jeder PC sofort nach einem Update gerufen hat. Das hat Stunden gedauert. Mir sind auch einige Fehler aufgefallen, die mir bei der Planung passiert sind. So ist die Regie (vorn rechts) noch nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe und die Monitore hinten unmittelbar vor der Monitorwand sind zu hoch. Ich habe auch gemerkt, dass ein einziges 19" - Rack nicht ausreicht. Es würde zwar funktionieren, aber um alles zu entzerren werde ich mir ein weiteres aus dem Lager holen.
Di
13.04.2021
Nun sind 20 Einheiten an der Wand, aber nur 19 laufen
Nun ist die Wand voll. Alle 20 Einheiten sind montiert.
Nun ist die Wand voll. Alle 20 Einheiten sind montiert.
Leider ist mir ein Raspberry PI hinten am Schacht zum Einschieben der Speicherkarte beim Einsetzen in das Gehäuse weggebrochen. Sicherlich kann man das wieder löten, jedoch ist mein Augenlicht überschaubar geworden. Vielleicht findet sich jemand mit einer ruhigen Hand und einem guten Auge. Ansonsten sind jetzt 20 Einheiten montiert. 16 für den täglichen Sendebedarf und vier zur Reserve, falls eine Kamera ausfällt.
Mo
12.04.2021
Das muss alles noch eingebaut werden
So schick aufgeräumt sieht es bei mir beim Handwerken nicht immer aus.
So schick aufgeräumt sieht es bei mir beim Handwerken nicht immer aus.
Ich denke, ich habe nun die Hälfte der Arbeiten geschafft. Trotzdem warten noch einige Kabellängen auf mich. Wenn eines Tages alles steht, dann dürften etwa 2000 Meter verbaut worden sein. Inzwischen ist es aber komplizierter geworden und man muss schon das Hirn einschalten. Während zu Beginn der Arbeiten nur Strecken von A nach B verlegt wurden, so sind jetzt die Anschlüsse an den Geräten zu bestücken. Denkfehler sind gerade nicht angebracht.
So
11.04.2021
Drei Bildmischer werkeln im Hintergrund
Wir haben uns vor langer Zeit für die Produktionsmischer von Blackmagic-Design entschieden.
Wir haben uns vor langer Zeit für die Produktionsmischer von Blackmagic-Design entschieden.
Die Produktion einer Liveblick-Livesendung basiert auf der Grundlage von drei Bildmischern. Jeder davon erfüllt besondere Aufgaben. In der letzten Zeit hatten wir nur einen Mischer eingesetzt. Die zwei anderen habe ich aus dem Lager geholt und neu programmiert. Nun laufen die drei ATEM-Mischer stabil und gehorchen meinen "Befehlen". Die Funktionsweise erkläre ich Euch später mit einer verständlichen Zeichnung. Noch achte ich nicht auf einheitliche farbliche Befestigungsschrauben im 19"-Rack. Das werde ich später ausbessern, wenn alle Geräte an richtigen Ort sitzen.
Do
08.04.2021
Extra dunkel fotografiert
Nun sehen meine Tagebuchleser hier das endgültige Grundgerüst
Nun sehen meine Tagebuchleser hier das endgültige Grundgerüst
Hobbyhandwerker sind auch eitel. So könnte die Überschrift für dieses Foto lauten. Das Grundgerüst steht, aber überall liegen noch Kabelreste und Werkzeug herum. Daher mache ich dieses Foto etwas dunkler, damit man nicht von diesen Dingen abgelenkt wird. Alle Rechner und Monitore haben nun einen Stromanschluss. Jetzt fehlen noch die Netzwerkverbindungen und die SDI-Signal-Leitungen. Die Strecke von den Computern zum Mischer beträgt fast 15 Meter. Ich habe 2x nachgemessen, ob ich mich nicht vielleicht vermessen habe, aber es sind wirklich mit allen Kurven und Ecken genau 14,80 Meter. Gut, das wir diese Kabellängen alle auf Lager haben.
Mi
07.04.2021
Monitorwand endlich mit Leben gefüllt
18 Monitore zeigen der Regie die Vorschaubilder der Panoramakameras
18 Monitore zeigen der Regie die Vorschaubilder der Panoramakameras
Diese Monitorwand wurde 2013 von der damaligen Mitarbeiterin Diana gebaut, Wieder einmal wollten wir mit Liveblick an den Start gehen. Doch auch wieder einmal zerschlug sich das Projekt. Wir hatten zwar immer in den vergangenen Jahren drei oder vier Bildschirme mit Vorschaubildern unserer Sendung bestückt, jedoch alle Monitore gleichzeitig waren noch nie im Einsatz. Ich habe mir einen Stuhl genommen, mein Werkzeug beiseite gelegt und 30 Minuten lang einfach nur dagesessen und diesen Anblick genossen. Und mich natürlich riesig gefreut.
Di
06.04.2021
Tageswerk von heute: 15 Einheiten angebracht
Die ersten 15 Raspberry PI sind verbaut und laufen wie Schwein
Die ersten 15 Raspberry PI sind verbaut und laufen wie Schwein
Die ersten 15 von 20 Streameinheiten sind angebracht worden und arbeiten einwandfrei. Jede Einheit besteht aus einem Raspberry PI (oben), einem Konverter HDMI/SDI (Mitte) und einem HDMI-Splitter (unten). Jede Einheit benötigt 3x Strom 5 V/DC, 1x Netzwerkkabel, 3x HDMI-Kabel (1x Monitor, 1x Konverter, 1x Splitter). Um alle Löcher gleichmäßig zu positionieren, bzw. um die Abstände genau einzuhalten, wurde vorab eine Schablone vorbereitet und die Löcher dort vorgebohrt. Trotzdem dauerte die Montage einer Einheit etwa 30 Minuten.
Do
01.04.2021
Wenn die Lampe angeht
Diese Leuchttafel zeigt den derzeitigen Sendestatus an
Diese Leuchttafel zeigt den derzeitigen Sendestatus an
Ich wollte Euch kurz noch die Leuchttafel erklären. Ganz oben steht "Programm". Das ist der normale Status. Das Playoutsystem sendet über den Computer 1. Wenn "Reserve" aufleuchtet, dann gab es beim Computer 1 ein Problem. Automatisch springt das Ausgangssignal zum Computer 2 über. "Havarie" ist fast selbsterklärend. Jedoch gibt es beim FRF eine Besonderheit. Eigentlich gibt es einen Videowächter, der ständig das Signal überwacht und bei einem Ausfall sofort Alarm schlägt. Da diese Videowächter aber extrem teuer sind, habe ich mich für eine andere Variante entschieden. Ich lasse nicht das Bild überwachen, sondern den Ton. Da ich davon ausgehe, dass bei einem SDI-Signal-Bildausfall auch der Ton wegfällt, habe ich einen Tonwächter installiert, wie ihn die Radiostationen auch einsetzen. So ein Wächter kostet etwa 700 EUR, deutlich weniger als ein Videowächter. Wenn Liveblick zur Sendung ansteht, dann erfolgt beim Umschalten am Mischer das Leuchten von "Liveblick". Dieser Hinweis ist deshalb auf der Tafel angebracht, weil während der Livesendung unbedingt Ruhe im Studio sein muss. Sofern ein oder zwei Mikrofone offen sind, leuchtet "On Air".

So, nun ist Ostern und ich habe mir vorgenommen, auch ein paar Tage auszuspannen. Über die Feiertage ruhen die Arbeiten.
Di
30.03.2021
Neues Studio nimmt langsam Formen an
Die Produktionstische stehen. Nun können die Gerätschaften montiert werden.
Die Produktionstische stehen. Nun können die Gerätschaften montiert werden.
Nun können sich die Leser des Tagebuches vorstellen, wohin die Reise geht. So soll die Zukunft beim FRF aussehen. Alle wichtigen Gerätschaften werden in die U-Form montiert und sind somit schnell erreichbar. Bislang kann ich alle Arbeiten allein ausführen. Jedoch bahnt sich bei der gelben Leuchttafel vorne rechts ein Problem an. Um die Tafel zu steuern, müssen neun Mini-Pins von einem 24 Pin DVI Stecker mit kleinen Kabeln verlötet werden. Dazu reicht leider mein Augenlicht nicht mehr aus. Ich werde mir also jemanden mit guten Augen suchen müssen.
Mo
29.03.2021
Weiße Holzwand wird demnächst schwarz und leuchten
An dieser weißen Holzwand werden später die 20 Raspberry Pi montiert.
An dieser weißen Holzwand werden später die 20 Raspberry Pi montiert.
Für die Installation der Raspberry Pi habe ich mir ausgedacht, diese an einer Holzwand zu montieren. Schließlich möchte ich alles sehr übersichtlich haben. Für die Raspberry Pi gibt es extra anschraubbare Gehäuse. Jedoch haben die Konverter von HDMI auf SDI leider keine Anschraubmöglichkeiten. Ich will das mit Kabelbindern lösen. Wenn diese sauber und gerade angebracht werden, kann die Lösung trotzdem schick aussehen. Jede Streameinheit besteht aus einem Raspberry Pi, einen HDMI-Splitter und einem HDMI/SDI-Konverter. Der Splitter teilt das HDMI-Signal in zwei Strecken auf. Die eine Strecke geht in den Konverter, die andere Strecke geht zu einem Monitor in die Monitorwand. Klingt alles logisch, jedoch wartet hinter dem Brett ein kleines Problem. Die Box, der Splitter und der Konverter brauchen jeweils 5 VOLT. Bedeutet: Es müssen hinter dem Brett bei 20 Streameinheiten 60 Steckdosen vorhanden sein.
So
28.03.2021
Fernsehleute können auch Teppich verlegen
Mit Teppich wurden die Bodenplatten verkleidet.
Mit Teppich wurden die Bodenplatten verkleidet.
Die Bodenplatten sind nun aufgebracht worden. Dann wurden die Teppichbahnen verlegt und schließlich kommen die ersten Tische auf die Anhöhe. Ganz vorn soll der neue Moderationsplatz sein. Um den Blick auf die große Monitorwand nicht zu versperren, werden die Monitore des Arbeitsplatzes schräg angebracht.
Sa
27.03.2021
Wabengerüst aus Spanplatten zeigen nun Formen
Aus Waben besteht der Unterbau. Darauf kommen dann die Bodenplatten.
Aus Waben besteht der Unterbau. Darauf kommen dann die Bodenplatten.
Inzwischen ist das Wabensystem fertig und die Bodenplatten können angebracht werden. Hier machte sich die vorherige Planung bezahlt. Die Gesamtfläche ist nun 4,14 Meter breit und 5,60 Meter lang. Darauf sollen dann ganz vorn zwei Tische mit je 1,60 Meter Breite stehen und an den Seiten kommen dann jeweils zwei Tische mit einer Länge von je 2,00 Meter hin. Das Gute an diesem Projekt ist, dass wir quasi alles auf Lager haben. Die Tische hatten wir schon in Sande, wurden jedoch in Friedeburg aufgrund des Platzes nicht wieder eingebaut.
Fr
26.03.2021
Grundstein wird gelegt
Nein, es ist kein Sandkasten. Die ersten Bretter sollten der Grundstein sein.
Nein, es ist kein Sandkasten. Die ersten Bretter sollten der Grundstein sein.
Nein, im Funkhaus wird kein Sandkasten eingebaut. In Wirklichkeit ist das der Start des Aufbaus. Auf diesem soll dann später das neue Studio errichtet werden. Das Funkhaus des Friesischen Rundfunks ist mit Glasscheiben vom Restaurant getrennt. Man kann also beim Schnitzelessen das rege Treiben in der Produktion beobachten. Für mich ein Gefühl, wie im Zoo. Aber ich wollte das so - quasi als Alleinstellungsmerkmal. Das einzige gläserne Regional-TV-Studio in Deutschland. Damit für die Zuschauer und für die Besucher alles gut sichtbar ist, soll die neue Studio-Einheit königlich mitten im Funkhaus stehen. Dazu wird alles um 25 cm angehoben.
Do
25.03.2021
Alles muss Federn lassen
Die Sendestraße wurde komplett demontiert. Auch die Regie ist nicht mehr zu erkennen. Die Monitorwand blieb stehen.
Die Sendestraße wurde komplett demontiert. Auch die Regie ist nicht mehr zu erkennen. Die Monitorwand blieb stehen.
Für die neue Sendeabwicklung muss vorab die Deinstallation der Sendestraße und der Regie erfolgen. Nach mehreren Stunden Arbeit steht nur noch die nackte Monitorwand am alten Platz. Alle Geräte und Monitore wurden im Bereich der Gastronomie abgelegt. Die sieben Computer wurden vorab beschriftet. So kann ich sie bei der Neuinstallation schnell finden. Bei den Kabelleitungen achte ich besonders darauf, dass durchgängig 75 ohm eingehalten werden.
Mi
24.03.2021
Umbau wird gestartet und Tonkabine ist im Weg
Diese Tonkabine ist doppelwandig und absolut dicht. Lüftungsrohre sorgen dafür, dass man dort drinnen nicht erstickt.
Diese Tonkabine ist doppelwandig und absolut dicht. Lüftungsrohre sorgen dafür, dass man dort drinnen nicht erstickt.
Nach langer Planung soll nun die Regie und die Sendestraße umgebaut und zu einer Einheit zusammengefügt werden. Doch bevor die Arbeiten starten können, muss unsere megaschwere Vertonungskabine verschoben werden. Kein leichter Akt. Vier Männer und eine Frau waren nötig, um das schwere Teil Stück für Stück zu bewegen. Insgesamt ist diese Kabine bei uns intern schon 3x umgezogen. Daher wissen wir aus Erfahrung, dass dieser doppelwandige Kasten extrem schwer zu bewegen ist. Ein Abbau und ein erneuter Aufbau würde mit drei Mann einen ganzen Arbeitstag dauern. Schieben war also angesagt.
Di
23.03.2021
Holz für die Umbauarbeiten trifft im Funkhaus ein
Der Laster bringt mir das bestellte Holz.
Der Laster bringt mir das bestellte Holz.
Nichts geht ohne Planung. Ich habe mir ein neues Studio ausgedacht, dass die beiden Einheiten von Regie und Sendestraße zu einem einzigen Studio formt. Diese neue Sendeabwicklung soll auf einem Podest stehen. Dazu habe ich mir einen Plan gezeichnet und das Holz zuschneiden lassen. Pünktlich stand der Laster auf dem Hof.
Mo
08.03.2021
Problem 2 ist unsere Sendestraße
Hier sieht man unsere Sendestraße mit dem Playout-System.
Hier sieht man unsere Sendestraße mit dem Playout-System.
Das gleiche gilt auch für unsere Sendestraße. Auch wenn alles hübsch angeordnet ist, so sind auch hier die Wege zu weit. Man müsste 8-Meter-Arme haben, um eine Livesendung zu fahren. Ganz links befindet sich das Playout-System. In Bereich des weißen Holzracks der bisherige Test-Moderationsplatz für Liveblick.
Fr
05.03.2021
Problem 1 ist unsere Regie
Während der Aufzeichnung saßen an dieser Regie drei Mitarbeiter.
Während der Aufzeichnung saßen an dieser Regie drei Mitarbeiter.
Als wir 2018 von Sande nach Friedeburg gezogen sind, war unsere Personaldichte wesentlich größer als heute. Somit wurde damals alles lang errichtet. Diese Strecke der Regie beträgt etwas über sieben Meter. Dort saßen damals zum Steuern der Gerätschaften vier Mitarbeiter. Diese Anzahl steht heutzutage nicht mehr zur Verfügung. Um Liveblick zu fahren, müsste man jetzt von der einen Seite zur anderen Seite springen. Diese Wege sind also für eine Livesendung mit wenig Personal ungeeignet.
Do
04.03.2021
Livebilder lassen sich nun steuern
Mit einem Mischer können Kamerafahrten programmiert werden. In diesem Fall wechseln die Kameras nach 60 Sekunden.
Mit einem Mischer können Kamerafahrten programmiert werden. In diesem Fall wechseln die Kameras nach 60 Sekunden.
Als Mischer kommt ein 16-Kanal ATEM Production von Blackmagic Design zum Einsatz. Dieser ist für Mehrkamera-Liveproduktionen bestens geeignet. Dort können Makros programmiert werden, die dann bestimmte Funktionen ausführen. Insgesamt hat der FRF drei ATEM-Mischer im Einsatz. Dazu später mehr.
Mi
03.03.2021
Testlauf sehr erfolgreich
Alle Streams laufen ohne Fehler und liegen am Mischer an.
Alle Streams laufen ohne Fehler und liegen am Mischer an.
Um die Streams zur Sendung zu bringen, müssen sie am TV-Mischer anliegen. Das Signal kommt per HDMI aus der Raspberry Pi heraus, wird dann mit einem Konverter auf SDI umgewandelt und schließlich am Mischer angelegt.
Di
02.03.2021
Sodom und Gomorra im Rack
So sieht es aus, wenn man tagelang testet. Kreuz und quer liegen die Boxen im Rack. Aber das sollte sich schnell ändern.
So sieht es aus, wenn man tagelang testet. Kreuz und quer liegen die Boxen im Rack. Aber das sollte sich schnell ändern.
Man konnte also einen Stream mit einer Raspberry Pi einfangen. Da ich aber in der ersten Phase 16 Livekameras eingeplant habe, mussten also 16 Boxen angeschafft werden. Auf jeder Box wurde ein Script aufgespielt, das mir Thomas Braun aus Nürnberg geschrieben hat. Sofern die Box startet, wird ein VLC-Player geladen und die Streamadresse ausgelesen. Da aber auch mal eine Kamera ausfallen kann und man nicht immer gleich das Script ändern möchte, stellte ich mir vor, vier weitere Raspberry Pi für den Notfall zu installieren. Nun sind wir bei 20 Einheiten.
Mo
01.03.2021
Technische Lösung ist in Sicht
Mit dieser kleinen bestückten Platine sollte mein Plan gelingen. So ein Raspberry Pi ist eine Wunderwaffe.
Mit dieser kleinen bestückten Platine sollte mein Plan gelingen. So ein Raspberry Pi ist eine Wunderwaffe.
Mein Entschluss steht fest. Liveblick wird die Zukunft für den Friesischen Rundfunk sein. Vor vielen Jahren bin ich auf die Firma Livespotting aufmerksam geworden. Die Jungs dort betreiben professionell ein sehr großes Kameranetz in Deutschland und bringen diese Bilder auf die Webseiten der Touristiker. Schon damals fragte ich mich, ob das wohl auch mit Fernsehen funktionieren könnte. Im Oktober 2020 testete ich mit der Münchner Firma Panaccess mit einem Raspberry Pi einen Stream von Livespotting einzufangen und am TV-Mischer auszugeben. In das Internet einen Stream zu schießen, ist überhaupt keine Thema mehr in der heutigen Zeit. Jedoch einen sendefähigen Stream einzufangen, quasi aus dem Internet wieder herauszuholen und zu einem SDI-Signal umzuwandeln, dass war ein echtes Problem. Die Verbindung von einem Raspberry Pi und einem VLC-Player war die Lösung. Man, was habe ich mich gefreut. Damals, 2005, hätten es nur teure Ethernet-Standleitungen sein können, die man bei der EWE mieten konnte. Nun geht es also mit dem Internet, die Bilder der Panoramakameras im FRF-Studio einzufangen.